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Im Ruhrgebiet gibt es eine Vielzahl junger Talente, die durch gezielte Förderung ihren Weg machen. Lerne sie kennen und bekomme Ideen für deine eigene berufliche Zukunft.

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Jason Hengstermann

Nach der Ausbildung ins Studium

Jason studiert Verfahrenstechnik an der TFH Agricola zu Bochum. Vorher hat er eine Ausbildung zum Chemikanten bei der BP Gelsenkirchen absolviert. Er arbeitet immer noch bei der BP, allerdings aufgrund seines Studiums seit Mitte 2013 in Teilzeitform. Jason ist außerdem Stipendiat des Aufstiegsstipendiums der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung. Dieses Stipendium richtet sich an Menschen, die nach oder neben dem Beruf studieren und durch ihre Berufserfahrung die Zugangsberechtigung zum Studium erlangt haben. 

Hallo Jason, du hast vor deinem Verfahrenstechnik-Studium eine Ausbildung zum Chemikanten gemacht. Inwiefern unterstützen dich deine Erfahrungen aus der Ausbildung bei deinem Studium?

„Die meisten Studienfächer enthalten Inhalte, mit denen ich bereits in der Ausbildung zu tun hatte. Mit dem Unterschied, dass ich nun tiefer in die Materie eindringen kann. Manche Fächer sind natürlich auch für mich neu. Diese machen das Studium erst richtig interessant. Mein Studium macht mir Spaß. Man hat viel mehr Freiheiten: die Art zu lernen wird einem im Studium selbst überlassen und man ist nicht an eine starre Anwesenheit von 8:00-16:00 gebunden. Außerdem trifft man regelmäßig neue Leute, auch studienrichtungsübergreifend, was in der Ausbildung nur teilweise der Fall war.

Das Arbeitsleben hatte großen positiven Einfluss auf mich: Man hat Arbeitskollegen und Vorgesetzte, ist Teil eines Teams, in dem Aufgaben und Störungen gemeinsam bewältigt werden. Dadurch bin ich reifer und selbstbewusster geworden. Wenn man sich noch einmal aus eigenem Antrieb dazu entscheidet, seinen Bildungsweg fortzusetzen, lernt man außerdem, sich hinzusetzten und zu lernen. Die Stunden im Hörsaal und am Schreibtisch sind keine Last für mich. Ich freue mich über die Möglichkeit, Zeit und Mühen in die Ausweitung meines Horizontes stecken zu können.“

Viele junge Menschen trauen sich häufig nicht, sich zu bewerben. Wie hast du den Bewerbungsprozess für das Aufstiegsstipendium empfunden?

„Ich habe den Bewerbungsprozess zu keiner Zeit als Belastung empfunden. Man muss die Voraussetzungen erfüllen, also einen möglichst guten Ausbildungs- abschluss und danach zwei Jahre Berufserfahrung. Interessant fand ich den Online-Test, der aber kein Fachwissen abgefragt. Es handelt sich eher um einen Persönlichkeitstest, bei dem die charakterliche Reife und die Motivation des Bewerbers im Vordergrund stehen. Hier wurden Fragen gestellt, die einen auf dem bisherigen Weg beeinflusst haben, die man jedoch selbst nie so richtig in Worte gefasst hatte. Solange man bei diesem Test man selbst bleibt, hat man auch mit der Beantwortung der Fragen keine Probleme.

Das anschließende persönliche Gespräch war der spannendste Teil. Der Gesprächspartner des Bewerbers wird dabei zufällig ausgewählt. Ich als Verfahrenstechniker habe beispielsweise mit einem Theologen gesprochen. Es fand in Hamburg in einem Tagungshotel statt, zu dem eine große Anzahl an Bewerbern angereist war. Zuerst einmal hat mich bei dem Anblick der Aufmachung beeindruckt, zu was für einer großen Sache ich da gekommen war. Das Gespräch war sehr interessant. Nach einer kurzen Anlaufphase wurde es lockerer und dadurch offener, bis wir uns schließlich angenehm miteinander unterhielten. Dabei stellte nicht nur er mir Fragen über mich, sondern auch ich ihm Fragen zu seiner Person und dem Stipendium. Als ich erfuhr, dass ich angenommen wurde, war ich natürlich aus dem Häuschen.“

Inwiefern unterstützt dich das Stipendium bei deinem Studium?

„Das Stipendium unterstützt mich sehr bei meinem Studium. Zum einen natürlich der finanzielle Aspekt, durch den man sich im Studium frei entfalten kann, ohne sich große Geldsorgen machen zu müssen. Zum anderen Teil in Form eines Selbstbewusstseinsschubs. Man merkt einfach, dass die Mühen, die man ins Vorankommen steckt, wertgeschätzt werden und dass man auf seinem Weg Unterstützung erfährt. Man tritt dadurch in entscheidenden Momenten selbstsicherer auf, was ein großer Vorteil im Studium und im Berufsleben ist.“

Würdest du auch anderen empfehlen, dich für ein Stipendium zu bewerben?

„Ich würde es nicht nur, sondern ich tue es ständig. Stipendium hört sich automatisch nach einer unerreichbaren Elitenförderung an. Dieser Fehlgedanken ist in den Köpfen meiner Kommilitonen genauso präsent, wie er es vor meinem Studium auch in meinem Kopf war.

Wenn Leute jedoch von meinem Stipendium, dem Bewerbungsprozess usw. erfahren, merken sie automatisch, dass es gar nicht so unerreichbar ist, wie sie vielleicht dachten. Ich rate jedem meiner Kommilitonen, sich zu informieren, welche Art von Stipendien es gibt und sich im nächsten Schritt einfach mal zu bewerben. Schlimmer als eine Absage kann es nicht kommen.“

Was hast du als nächstes beruflich vor?

„Nach dem Bachelor möchte ich den Master machen. Des Weiteren stecke ich mir keine festen Ziele, sondern bin für alles offen, was mir auf meinem weiteren Lebensweg noch geschehen mag.“

 

Mehr Infos zum Aufstiegsstipendium bekommt ihr auf Homepage der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung.

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