Erfolgsstories

Im Ruhrgebiet gibt es eine Vielzahl junger Talente, die durch gezielte Förderung ihren Weg machen. Lerne sie kennen und bekomme Ideen für deine eigene berufliche Zukunft.

Lulieta

Schülerin

Lulietas Erfolgsstory

Lulieta (17) besucht die 10. Klasse der Werner-von-Siemens-Schule in Bochum. Bis zur 8. Klasse war sie Realschülerin. Zunächst fiel es ihr schwer, sich an der neuen Schule einzugewöhnen. Doch dank verschiedener Projekte, die die Hauptschule den Jugendlichen anbietet, hat Lulieta gelernt, ihre Talente zu entdecken.

Schon seit ihrem 12. Lebensjahr engagiert sich Lulieta in einem Jugendzentrum und betreut eine Mädchengruppe. Auf dem Programm stehen Bastel-Stunden, Ausflüge und Projekte, die die Jugendlichen selbst mit Leben füllen dürfen.

Die Tatsache, dass ihre Familie das gemeinsame Leben in Deutschland in einer Flüchtlingsunterkunft startete, hat Lulieta schon früh für kulturelle Vielfalt und die Notwendigkeit, eine fremde Sprache zu erlernen, sensibilisiert. Die 17-Jährige spricht fließend albanisch. Die Fähigkeit dolmetschen zu können, hilft ihr in ihrer ehrenamtlichen Arbeit und bestärkt sie in ihrer Persönlichkeit.

Lulieta weiß, wie wichtig es ist, einen Mentor zu haben. Im Jugendzentrum übernahm diese Aufgabe die Sozialpädagogin Andrea Stetefeld – sie wurde schnell zu Lulietas Vorbild. Der Grund: Die Expertin ermutigte Lulieta, ihre Talente zu entdecken und Chancen wahrzunehmen. Als dann Lulietas Lehrerin auf ihre Schülerin zukam und ihr vorschlug, beim Get Ready/buddY-Programm mitzumachen, nahm Lulieta die Gelegenheit wahr und wirkte an verschiedenen Projekten mit. So verschönerte sie etwa mit ihren Mitschülern die Schule, ging einmal pro Woche ins Altenheim und spielte mit den älteren Damen und Herren Gesellschaftsspiele. Über das buddY-Projekt lernte sie auch Mira und Radek vom Verein Durchstarten e.V. kennen. Die beiden schlugen ihr vor, beim TalentCamp Ruhr mitzumachen. Gesagt, getan. In dem Ferienprojekt lernte Lulieta im Recycling-Workshop unter dem Motto „Aus alt mach neu“, wie man sich kreativ einbringt, Projekte plant und mit welchen Mitteln neue Dinge aus alten Produkten hergestellt werden. Mit ihren neu gewonnenen Freunden aus dem Feriencamp lernte sie, Graffiti zu zeichnen, ein T-Shirt-Logo zu designen und zu erstellen.

„Ich habe nette Menschen kennengelernt, zu denen ich heute noch Kontakt habe. In der Gruppe haben wir gemeinsam Einhorn-T-Shirts bedruckt und das Gerät dafür komplett selbst gebaut. Das hat total Spaß gemacht. Außerdem habe ich gelernt, wie wichtig Durchhaltevermögen ist, wenn man Pläne umsetzen will. Ich bin froh, dass ich am TalentCamp Ruhr teilgenommen habe“, sagt die 17-Jährige.

Eine Pionierin ist Lulieta auch, was ihren Werdegang in der Familie angeht: Sie möchte eine Ausbildung im Erziehungswesen machen - ein anschließendes Studium in sozialer Arbeit nicht ausgeschlossen. „Mich reizt besonders die Arbeit mit Kindern. Zum einen, weil ich ohnehin in dem Bereich tätig bin, aber auch, weil ich gerne mit Menschen zu tun habe. Ich möchte der Gesellschaft etwas wiedergeben, Kindern das Leben erleichtern, aber mich auch selbst verwirklichen. Mein größter Erfolg wäre es, meinen Schulabschluss zu schaffen.“

Die Antwort auf die Frage, warum Talentförderung wichtig ist, kommt prompt:

„Weil es wichtig ist, dass jemand anderes an einen glaubt. Mein Vorbild und meine Bezugsperson war Andrea Stetefeld. Sie war es, die mich bislang bei vielen wichtigen Schritten und Entscheidungen unterstützt und mich darin bestärkt hat, meinen Weg zu gehen. Der Schulwechsel damals war meine größte Herausforderung, weil ich die Wahl hatte: Ich hätte die Klasse nämlich auch wiederholen können. Ich habe mich damals aber dagegen entschieden und heute trotzdem meinen richtigen Weg gefunden – das ist nicht für jeden selbstverständlich. Es ist wichtig, jeden Menschen so zu akzeptieren, wie er ist. Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch besonders ist und Talente hat. Ich möchte selbst einmal eine Vorbildfunktion haben.“

Von dem RuhrTalente-Stipendium erhofft sich Lulieta vor allem eines: „Ich finde Fremdsprachen extrem wichtig und würde gerne noch Spanisch lernen. Überhaupt möchte ich diese wunderbare Chance nutzen und noch ganz viel lernen und mich weiterbilden.“

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