Erfolgsstories

Im Ruhrgebiet gibt es eine Vielzahl junger Talente, die durch gezielte Förderung ihren Weg machen. Lerne sie kennen und bekomme Ideen für deine eigene berufliche Zukunft.

Tobias

Schüler

Tobias' Erfolgsstory

Tobias-Levent Ündes ist 17 Jahre alt, Zehntklässler auf der Gesamtschule in Gelsenkirchen Ückendorf und hat türkische Wurzeln. Ich möchte mehr über ihn und seine Schule erfahren – und treffe Tobias in der Mittagspause in seinem Klassenzimmer. Schnell erfahre ich: Tobias` bester Freund heißt Kevin. Und er ist neugierig – so wie viele andere Schülerinnen und Schüler hier in Ückendorf: Sie machen sich bemerkbar, klopfen an die Klassenzimmertür und wollen wissen, was Sache ist.

Als ich zum Einstieg nach den Hobbies der beiden Jungs frage, sind sie sich einig: Fußball! Die Leidenschaft für diesen Sport möchte Tobias auch anderen jungen Talenten vermitteln: 

Im Rahmen des GetReady-Programms verwirklichte er ein Fußballturnier für die Jahrgangsstufe. Seit der 7. Klasse ist Tobias bereits bei den buddYs. „Was bewegt junge Menschen, sich für etwas zu engagieren und andere zu begeistern?“, frage ich ihn. Für Tobias ist die Antwort einfach: „Das Lächeln derer, denen man geholfen hat, ist meine Belohnung. Und außerdem habe ich beim Fußball eine Menge Lob bekommen, einer der Besten zu sein. Ich kann einfach gut organisieren und ich mag es, wenn ich mich für andere einsetzen kann.“

Schaut man sich Tobias‘ Werdegang an, ist seine Sichtweise noch beeindruckender. Angefangen hat sein Bildungsweg an der Grundschule in Rhede, im Nordwestlichen NRW. Nach vier Jahren hat Tobias eine Empfehlung für die Realschule erhalten, doch dort bekam er keinen Platz. Die Alternative hieß: Hauptschule. Die besuchte er zunächst, bevor er im Alter von 13 Jahren nach Gelsenkirchen zog und seitdem die Schule in Ückendorf besucht. Ich erkundige mich nach seinen schulischen Leistungen. Tobias gesteht mir etwas geknickt, dass er in Sprachen eher durchschnittlich ist. Seine Stärken lägen eindeutig in den Fächern Mathe und Sport – das entnehme ich seinem breiten Lächeln, während er mit mir spricht. Sein Notendurchschnitt ist gut und das Abitur, für das er die Qualifikation erworben hat, ist sein Ziel. Vor allem sein Sportlehrer, Ingo Szurowski, entdeckte Tobias‘ Talente auf Anhieb und empfahl ihn für das TalentCamp Ruhr. Im Sommer 2016 nahm er gemeinsam mit anderen Jugendlichen am Camp teil, allerdings mit einem gebrochenen Handgelenk, das schmerzhafte Ergebnis einer Fußball-Einheit. Während die anderen  jungen Talente an praktischen Projekten teilnahmen, ließ sich Tobias von seiner Einschränkung nicht unterkriegen und dachte sich einfach etwas Neues aus: Mit einer Camp-Teilnehmerin entwarf er ein Kochbuch. Dabei ließen die beiden ihrer Fantasie freien Lauf und probierten neue Rezeptideen aus. Die Erfahrungen, neue Freundschaften zu schließen und sich weiterzuentwickeln, gaben Tobias den Antrieb zur Teilnahme sowohl am buddY-Programm als auch am TalentCamp.

An Kreativität mangelt es ihm nicht, denke ich mir. „Was willst du später einmal studieren?“, frage ich ihn. Nach einer Weile antwortet er: „Psychologie. Ich möchte einmal einen Beruf haben, bei dem ich meine Stärken einsetzen kann. Ich höre gerne zu, bin ruhig, möchte anderen helfen und den Weg weisen. Trotz dieser Idee lege ich mich aber noch nicht fest." Ein junger Mensch, der sich bereits jetzt damit auseinandergesetzt hat, sozial zu handeln und andere an seinen Erfahrungen teilhaben zu lassen. Schnell wird mir klar, dass ihm viele Möglichkeiten offenstehen, die über das Psychologiestudium hinausgehen, und das stimmt mich zuversichtlich.

Zum Abschluss unseres Treffens möchte ich von Tobias wissen, welche Tipps er jungen Menschen geben würde. Prompt antwortet er: „Ich möchte alle Jugendlichen dazu ermutigen, sich auszuprobieren und zu engagieren. Dadurch bekommt man Einblicke in das Leben anderer Gleichaltriger – und das ist viel wert!“

Für mich steht fest: Es geht nicht darum, alles zu können oder zu wissen, sondern die Talente, die man hat, auch einzusetzen. Es wird nicht mein letztes Treffen mit Tobias gewesen sein – junge Talente wie er sind die Schätze unserer Region!

(Von: Sophia Dogan)

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