Erfolgsstories

Im Ruhrgebiet gibt es eine Vielzahl junger Talente, die durch gezielte Förderung ihren Weg machen. Lerne sie kennen und bekomme Ideen für deine eigene berufliche Zukunft.

Tolga

Unterstützung zurückgeben

Tolgas Schulabschluss war gefährdet. Gründe dafür gab es verschiedene. Aber mit einem Ziel vor Augen und der richtigen Unterstützung hat er es geschafft: Jetzt ist er Büroleiter und Assistent der Geschäftsführung beim GEORGSWERK DUISBURG e.V. Was ihm besonders an seinem Arbeitsplatz gefällt? Er kann anderen Menschen helfen.


Tolga, erzähl uns doch mal, wie dein Weg zu deiner Ausbildung verlaufen ist.

„Während meiner Schulzeit war zweitweise mein Abschluss gefährdet. Weil ich Menschen gerne zum Lachen bringe, war ich der Klassenclown bei uns. Gleichzeitig habe ich aber nie Konflikte gescheut, weshalb ich auch oft der Sündenbock war. Ich habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und mich immer für Fairness eingesetzt. Das ging nicht immer problemlos, ich habe zum Teil richtig Ärger bekommen.“

Und wie bist du damit umgegangen?

„Irgendwann habe ich mir gedacht: ‚Du bist doch nicht blöd, du wolltest doch auch mal Abi machen.‘ Da habe ich mich dann auf den Hintern gesetzt. Aus einem inneren Antrieb heraus. Trotzdem, ich fand es anstrengend, meinen Realschulabschluss zu machen. Wohl auch, weil ich mich teilweise von den Lehrern ungerecht behandelt und nicht ernst genommen gefühlt habe. Aber ich habe immer mir und meinem Grips vertraut. Und ich habe Menschen kennengelernt, die auch daran geglaubt haben.“

Was waren das für Menschen und wie hast du Unterstützung erhalten?

„Insbesondere durch Pater Oliver aus Duisburg. Er kannte mich flüchtig über einen Freund und hatte immer ein Auge auf mich, ohne dass ich das gemerkt hätte. Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich immer wieder Berührungspunkte mit der Katholischen Kirche hatte, die mich positiv beeinflusst haben. Aber Pater Oliver ganz besonders. Eines Tages hat er mich dann einfach auf der Straße angesprochen. Er hat mir wohl angesehen, dass es zu der Zeit nicht so gut bei mir lief. Auch beruflich wusste ich nicht so wirklich, wo es hingehen sollte. Mir war nicht klar, wo ich stehe und wo ich hingehöre. Er hat mich dann an die Hand genommen. Jetzt weiß ich, dass ich angekommen bin.“

Und wie hat sich das geäußert?

„Ganz praktisch. Wir haben viel darüber gesprochen, was ich besonders gut kann, wo meine Stärken liegen. Er hat mir dann angeboten, ein Praktikum zu machen. Das wollte ich erst nicht annehmen, ich wollte lieber irgendwo Geld verdienen. Irgendwann ist mir dann aber klar geworden: ‚Ey, das ist eine Riesen-Chance für mich.‘ Ich war schon immer ein Zahlenmensch, deshalb war ein Praktikum im kaufmännischen Bereich passend. Pater Oliver hat dann sogar extra einen Ausbilderschein gemacht. Das ist natürlich eine Riesen-Wertschätzung und hat mich noch einmal extra motiviert. Ich habe dann meine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement im GEORGSWERK DUISBURG e.V. absolviert. Mittlerweile habe ich mein Wirtschaftsabitur gemacht und bin für BWL an der Hochschule eingeschrieben, nebenberuflich. Mein Abi war nur möglich, weil ich ein Stipendium vom Kloster bekommen habe. Dafür bin ich sehr dankbar. “

Und, gefällt dir die Arbeit nach wie vor?

„Ja. Erst einmal ist die Ausbildung eine gute Grundlage, Büros gibt es schließlich überall. Dann kann ich gut darauf aufbauen, mit meinem Studium in BWL zum Beispiel. Ich mag meine Arbeit hier, vor allem, weil ich viel zurückgeben kann, was ich selbst bekommen habe. Ich bin zum Beispiel erster Ansprechpartner für unsere Azubis. Außerdem habe ich gemerkt: Hier kann ich Menschen wirklich helfen. Wir arbeiten mit Menschen zusammen, jeder ist willkommen. Wir haben Angebote für Jugendliche, binden sie mit ein, holen sie von der Straße. Ich weiß ja selbst, wie schnell man da Blödsinn bauen kann. Die Arbeitsatmosphäre ist sehr familiär. Das gefällt mir. Mir wurde die Möglichkeit geschenkt, meine Ausbildung zu machen, das versuche ich den Azubis weiterzugeben.“

Was würdest du anderen jungen Menschen für ihre Zukunft mitgeben?

„Ratschläge annehmen. Ich wäre auch so klar gekommen, aber die Unterstützung hat mir vieles leichter gemacht. Ich habe erkannt, dass ich Menschen in meinem Leben hatte, die mein Talent und mein Können gefördert haben. Das will ich jetzt zurückgeben. Meine zweiter Tipp: Ziele setzen, auch ruhig Zwischenziele, damit man nicht frustriert ist, wenn nicht sofort alles klappt, und motiviert bleibt. Immer mal wieder reflektieren: Wo stehe ich, wo will ich hin? Und dabei nicht vergessen, wo man herkommt. Alles, was man lernt, weitergeben. Menschlich bleiben. Das merke ich selbst: Ich fühle mich gut, wenn ich helfen kann. Die Menschen um mich herum wissen das zu schätzen. Man ist glücklich, wenn man hilft.“

Gibt es ein persönliches Ziel von dir bezüglich deiner Arbeit?

„Immer den Menschen sehen, nicht die Religion oder die Herkunft. Und ich will Menschen Perspektiven aufzeigen, denn nur wer ein Ziel hat, wird alles dafür tun, um es zu erreichen.".

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