Erfolgsstories

Im Ruhrgebiet gibt es eine Vielzahl junger Talente, die durch gezielte Förderung ihren Weg machen. Lerne sie kennen und bekomme Ideen für deine eigene berufliche Zukunft.

Vesna

Schülerin

Machen lautet die Devise

Vesna ist im letzten Ausbildungsjahr zur Mechatronikerin. Während ihrer Ausbildung macht sie parallel eine Weiterbildung zur Technikerin. Und damit nicht genug: Ihren Ausbilderschein hat sie auch schon in der Tasche. Angefangen hat alles in der 8. Klasse mit dem „Projekt der kleinen Scheine“ der HELLA KGaA Hueck & Co.

Vesna war schon als Kind technikbegeistert. Spielzeuge erster Wahl waren Autos und alles, was mit Technik zu tun hat. Da kam das Angebot, bei dem „Projekt der kleinen Scheine“ der HELLA KGaA Hueck & Co. in Recklinghausen mitzumachen, wie gerufen. Von dem Projekt hat die damalige Realschülerin von ihrem Lehrer erfahren. Sie hat nicht lange gezögert. „Um einen Einblick zu gewinnen, machst du da mal mit “, hat sich die junge Frau gedacht. In der Praxis sah das dann so aus:

Rund ein Jahr hat die Schülerin in regelmäßigen Abständen nachmittags in ihrer Freizeit das Unternehmen HELLA KGaA Hueck & Co. besucht. Dort machte sie mit Unterstützung von Ausbilder Thomas Bassek und den dortigen Azubis zwölf „Kleine Scheine“. Ein „Kleiner Schein“ ist eine Schulungseinheit, in der die Teilnehmer elementare Grundfertigkeiten kennenlernen, die in den Ausbildungsberufen bei HELLA wichtig sind. Angetan war die Achtklässlerin aber nicht nur von den Tätigkeiten an sich, sondern auch das Arbeitsklima hat ihr gefallen. Anschließend hat sie in der 9. Klasse ein zweiwöchiges Praktikum bei HELLA absolviert. „Da durfte ich dann auch richtig was machen“, erzählt die junge Auszubildende. „Ich habe einen Kerzenständer und einen Stifthalter selbst hergestellt. Darüber habe ich mich auch am meisten gefreut. Dass ich eben nicht kopieren und Kaffee kochen musste, sondern selbst richtig an meinen Werken arbeiten durfte. Man hat mir gleich etwas zugetraut.“ Dieses Vertrauen und die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, weiß sie auch heute noch zu schätzen. So hat sie während ihres zweiten Ausbildungsjahres z.B. selbst das „Projekt der kleinen Scheine“ mit Schülern durchgeführt. Zusammen mit den Kollegen hat sie sich überlegt, welche Aufgaben die jungen Teilnehmer lösen müssen.

An ihre Bewerbung erinnert sich die junge Frau auch noch gut. In der Schule, so sagt sie, haben sie nur wenig über die Bewerbungen geredet. „Die Lehrer können sich ja nicht intensiv um jede Bewerbung von jedem Schüler kümmern. Die haben einmal drüber geschaut und fertig.“ Da war es hilfreich, dass sie schon praktische Erfahrungen in ihrem Bereich und in dem Unternehmen gesammelt hat. Das Projekt und das Praktikum haben ihr nicht nur gezeigt, dass der technische Bereich etwas für sie ist. Sie hatte auch Inhalte, die sie in ihre Bewerbung hineinschreiben konnte.

Dann ging es los mit der Ausbildung. Der erste Tag war schwierig. Sie war nervös und wusste nicht, was genau auf sie zukommen wird. Am zweiten Tag war sie immer noch aufgeregt. Fragen wie „Was erwartet mich? Was darf ich machen, was nicht?“ gingen ihr durch den Kopf. Machen durfte sie dann wie schon im Praktikum ganz viel. Und die Ausbilder und älteren Azubis waren auch immer für sie da.

Allein gelassen fühlte Vesna sich nie. Auch in der Berufsschule nicht. In ihrer Klasse ist Vesna die einzige Frau. „Das klappt ohne Probleme“, sagt sie. „Ich mag den Humor, der dort herrscht. Und ich werde ernstgenommen.“ Ein Tipp, den sie für alle Azubis und Schüler hat: „Keine Angst vor Fehlern. Ich glaube, es gibt viele, die Angst haben, mit anderen zusammenzuarbeiten. Dabei hilft es, offen Probleme und Schwierigkeiten anzusprechen. Im Gegenteil – ich finde, man zeigt damit, dass man lernen will. Fehler machen wir alle. Aber so zeigt man, dass man daran arbeiten möchte. Und dafür ist eine Ausbildung doch da.“ Im Team zu arbeiten, anzusprechen, wenn etwas mal nicht so läuft – das sei wichtig, meint sie.

Jetzt freut sie sich, dass sie bald mit der Ausbildung fertig ist. Weitermachen ist aber ihre Devise. Die berufsbegleitende Weiterbildung zur Technikerin dauert noch ein paar Jahre. Aber sie hat das Ziel vor Augen: „Ich bin ja eh gerade im Lernmodus. Deshalb habe ich auch so früh angefangen – umso eher bin ich fertig. Und dann habe ich den ‚Techniker‘ in der Tasche, den kann mir dann keiner mehr nehmen.“

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