TalentPerspektiven Ruhr

Die Fachtagung TalentPerspektiven Ruhr bringt neue Blickwinkel auf Bildung und Lebensläufe, die Wendungen und Brüche mit sich bringen – und dadurch jede Menge Qualifikationen. Diskussionen und Dialog stehen dabei im Vordergrund.

Die Fachtagung mit neuen Perspektiven

Am 30. September 2016 fanden die TalentPerspektiven Ruhr in Essen statt. Dieses Jahr zu dem Thema "Sprungbrett für die Bildungskarriere: Stipendien und Empfehlungskultur."

Bilderbuchlebensläufe ohne Brüche und Wendungen gelten oft als Maß der Dinge. Leistung muss jedoch im Lebenskontext wahrgenommen und bewertet werden – also im Zusammenhang mit dem sozialen Umfeld, der Herkunft oder der finanziellen Situation der Menschen. Denn gerade bei denjenigen, die nicht den direkten und einfachen Zugang zu Bildungsangeboten finden, liegen viele Potentiale brach, die mit herkömmlichen Strategien nicht erreicht werden.

Auch verschlungene Pfade über zweite und dritte Bildungswege führen in erfolgreiche Laufbahnen. Die gezielte und nachhaltige Förderung junger Menschen, denen bislang keiner etwas zugetraut hat, kann Leistungsträger zum Vorschein bringen. Manchmal ist nur ein Anstoß in die richtige Richtung nötig, um eine Begabung zu entdecken und zu entwickeln.

Die Tagungsreihe TalentPerspektiven Ruhr nimmt diese Menschen in den Fokus, weist auf Bildungsangebote und Fördermöglichkeiten hin und schärft das öffentliche Bewusstsein dafür, wie wertvoll und unverzichtbar Menschen mit verborgenen Talenten für unsere Gesellschaft und Wirtschaft sind. Die Fachtagung regt zur Diskussion an und erweitert die Sichtweise auf Leistung, Erfolg und Stärken. Bildungsvertreter, Lehrer, Hochschulen und Personalverantwortliche in Unternehmen sind aufgerufen, ihre Analysen und Strategien künftig facettenreicher zu gestalten.

Das Tagungsthema „Stipendien und Empfehlungskultur“ der TalentPerspektiven Ruhr bot zum Abschluss der TalentTage Ruhr viel Raum für angeregte Diskussionen. Experten aus Unternehmen, Hochschulen, Schulen, Stiftungen und Kommunen, aber auch Schüler, Studenten und Berufstätige sprachen über das größte Potenzial der regionalen Bildungslandschaft: bislang unentdeckte Talente. Prozesse, Methoden und Instrumente, diese jungen Menschen zu identifizieren und zu fördern, spielten eine besondere Rolle. Die TalentPerspektiven Ruhr wurden erstmals in Kooperation mit der Stiftung Mercator und der Bildungsinitiative RuhrFutur durchgeführt. Das zdi-Zentrum IST.Bochum.NRW und weitere zdi-Zentren begleitete die Fachtagung mit Schülerworkshops, an denen über 100 Jugendliche aus dem gesamten Ruhrgebiet teilnahmen.

Die rund 300 Teilnehmer und Akteure tauschten ihre Erfahrungen aus, knüpften Kontakte, und informierten sich über Fördermöglichkeiten in der Region. In der Diskussionsrunde berichtete unter anderem Siddik Bakir, Global Oil Market Analyst bei Saudi Aramco, wie Stipendien ihn bei seinem Bildungsaufstieg unterstützt haben, welche Rolle eine ideelle Förderung und neue Netzwerke spielen. Erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde zudem eine von der Mercator Stiftung unterstütze Studie der Stipendienplattform mystipendium.de. Das Ergebnis: Frauen haben schlechtere Chancen als Männer ein Stipendium zu bekommen - trotz besserer Noten. Auch Migranten und Arbeiterkinder erhielten weniger Förderung. Diese Effekte treten nochmals verstärkt im Ruhrgebiet auf. Für die Studie wurden rund 28.000 Abiturienten und Studenten aller deutschen Hochschulen online befragt.

Zudem konnten sich die Teilnehmer an 13 runden Tischen und drei Workshops über unterschiedliche Stipendienangebote entlang der gesamten Bildungskette informieren – vom Familienstipendium für Grundschüler bis hin zum Weiterbildungsstipendium für Lehramtsstudenten.

 

 

Ansprechpartner

Benjamin Fricke


Telefon: 0201 8966622
fricke@i-r.de

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