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Leon Goretzka: Mein Papa ist mein größter Talentförderer

Anfang Juli hat Leon Goretzka mit der deutschen Nationalmannschaft den Confed Cup gewonnen und eine tolle Turnier-Leistung gezeigt. Jetzt ist er wieder zurück in Gelsenkirchen. Bereits im vergangenen Jahr sprachen wir mit dem heute 22-Jährigen über Talente, Leistungsdruck und seine Liebe zum Ruhrgebiet. Leon Goretzka lernte in Bochum das Fußballspielen, durchlief die Jugend des VfL Bochum und spielte ein Jahr in der ersten Mannschaft des Profivereins. Mit 19 Jahren wechselte er zum FC Schalke 04. Dort entwickelte sich der junge Mittelfeldmann schnell zur festen Größe. 2014 gab Leon Goretzka sein Debüt für die deutsche A-Nationalmannschaft. Im selben Jahr absolvierte er am Bochumer Alice-Salomon-Berufskolleg  das Abitur. Was zeigt: Der 22-Jährige hat viele Talente.

Leon, was ist dein größtes Talent?

„Auf den ersten Blick würde ich natürlich das Fußballspielen nennen. Aber ich glaube auch andere Stärken sind hilfreich. Ich bin beispielsweise relativ ausgeglichen und kann mich gut auf ein Ziel fokussieren.“

Wie schafft man im Profifußball den Durchbruch?

„Man muss stetig an sich arbeiten und verbessern, aber hier und da braucht man auch das nötige Quäntchen Glück. Dadurch dass man bereits in der Jugend viele Erfolge feiern kann, ist es für das persönliche Fortkommen extrem wichtig, auf dem Teppich zu bleiben und eine gewisse Bodenständigkeit an den Tag zu legen.“

Bei den TalentTagen Ruhr geht es 3. bis zum 13. Oktober 2017 wieder darum, junge Menschen im Ruhrgebiet dabei zu unterstützen, ihre Talente zu entdecken, zu fördern und mit Blick auf die berufliche Zukunft zu nutzen. Wer ist der größte (Talent)Förderer in deinem Leben?
„Meine ganze Familie hat mich immer sehr stark unterstützt. Aber durch seine Affinität zum Fußball war das natürlich besonders mein Papa.“

Du warst schon erfolgreicher Fußballprofi, als du das Abitur gemacht hast. War es für dich nie ein Thema, die Schule vorzeitig abzubrechen?

„Es gab schon Momente, in denen ich die Doppelbelastung als sehr anstrengend empfunden habe. Aber wenn man drei ältere Schwestern hat, die studieren, dann hat man den Ehrgeiz, es ihnen gleichzutun. Außerdem wurde mir von klein auf vermittelt, dass  eine gute Bildung sehr wichtig ist, um sich alle Wege offenzuhalten. Rückblickend hat die Schule wirklich Spaß gemacht, ich habe zwei meiner besten Freunde dort kennengelernt, und ich bereue es keine Sekunde, dass ich das durchgezogen habe.“

Nicht bei allen jungen Menschen läuft es rund. Manche brechen die Schule ab, manche haben Probleme bei der Berufsausbildung oder im Studium. Hast du einen Rat für sie?

„Ich denke, um einen passenden Rat geben zu können, muss man sich die Lebensläufe im Einzelnen anschauen. Doch ich glaube, generell ist es wichtig, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und zu glauben, man sei gescheitert. Es ist wichtig, seine Situation anzupacken, man hat meist noch alles selbst in der Hand und sollte versuchen, das Beste daraus machen. Und das Wichtigste ist immer, den Kopf oben zu behalten, sonst fällt die Krone herunter.“

Welche Unterstützung für junge Menschen, die Probleme bei ihrem Start ins Leben haben, wünschst du dir?

„Dass man sich mit diesen Jugendlichen beschäftigt und ihnen dabei hilft, ihre Talente zu entdecken. Denn wenn sie selbst erstmal merken, wo die eigenen Stärken liegen, entwickeln die Menschen in der Regel relativ schnell Ehrgeiz. Einfach, weil man sich bestärkt fühlt, und es einem ein gutes Gefühl gibt, etwas zu schaffen und sein Können unter Beweis zu stellen.“

Was bedeutet dir das Ruhrgebiet?

Im Ruhrgebiet finde ich alles, was ich brauche. Ich bin bedingt durch den Fußball  oft auf Reisen, aber ich bin jedes Mal froh, wenn ich wieder zuhause bin, weil ich gerne hier lebe. Ich fühle mich ungeheuer wohl hier.“
Foto: FC Schalke 04

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