Angelina - Konsequent auf Kurs

Angelina ist ein Energiebündel. Sie redet schnell und gestikuliert viel, wenn sie erzählt. Zum Beispiel über ihren Ärger, dass die Menschen – und zwar nicht nur die aus ihrer Generation – so „Smartphone-gesteuert“ seien. „Die machen von einem Unfall erst ein Selfie bevor sie helfen.“ Dafür hat sie kein Verständnis. Aber Verstehen lernen will sie solche Verhaltensweisen später einmal und hat sich deshalb vorgenommen, Psychologie zu studieren.

Die Grundlage legt die 15-jährige Angelina Pianka aus Essen-Altenessen gerade an der Sekundarschule Am Stoppenberg. Für die kommenden Jahre hat die Schülerin (aktuelle Lieblingsfächer: Mathematik, Kunst) einen klaren Plan: erst das Abitur machen; dann ein Jahr als Au pair ins Ausland, danach Studieren. Psychologie, wie gesagt, obwohl Jura lange Zeit die Nase vorn hatte.

Und danach? Zunächst werde sie sich dann um eine feste Anstellung in einem Krankenhaus bemühen, erzählt Angelina. Aber danach will sie in einer eigenen Praxis selbstständig sein. „Ich will einen Beruf, mit dem ich eine Familie ernähren kann“, sagt sie bestimmt. Sie betont das „ich“. Auf einen Partner will sie sich nicht verlassen (müssen). „Ich habe immer einen Krisenplan B.“

So viel Gradlinigkeit ist ungewöhnlich für eine 15-Jährige. Dazu habe vielleicht auch die Förderung als „Ruhr-Talent“ beigetragen, räumt sie ein. Ihr Fazit: „Ich traue mich jetzt mehr Dinge als früher.“ Sie hat im vergangenen Jahr am TalentCamp Ruhr teilgenommen und ist „buddY“ an ihrer Schule. Auch die regelmäßigen Netzwerktreffen fand sie gut, weil sie da viele Jungen und Mädchen von anderen Schulen kennengelernt hat. Wobei Mädchen dort immer in der Überzahl seien. Dafür hat Angelina eine simple Erklärung: „Mädchen sind hilfsbereiter.“ Ein Seitenhieb auf die Jungs!

Ihre Heimat, das Ruhrgebiet, mag Angelina. Sie ist kirchlich engagiert und in ihrer Freizeit viel mit Freundinnen unterwegs: ins Kino, zum Shoppen. Die Menschen hier seien „chilliger und entspannter“ als anderswo. Trotzdem soll es für das Studium in eine große Stadt gehen. Vielleicht nach Hamburg! Das weltstädtische Flair der Hafen- und Hansestadt spricht sie an.

Stand: Frühling 2018