Eva - Wenn sich alles fügt

 

Manchmal führt eins zum anderen. Nach einer Zeit schaut man zurück und ist erstaunt, wie sich das eigene Leben entwickelt, welchen Werdegang man genommen hat. Am Anfang hatte man das so gar nicht auf dem Schirm – und ist jetzt glücklicher als gedacht. So ist es auch Eva Nitsch ergangen. Noch vor ein paar Jahren war sie auf einem Berufskolleg und hatte noch keine Idee, in welche Richtung es für sie beruflich einmal gehen sollte. Heute – einige Veranstaltungen, Beratungen und ein Praktikum später – ist Eva sich ganz sicher, was sie später einmal machen möchte. Und arbeitet auch schon in ihrem Wunschberuf: Seit ein paar Wochen hilft sie neben ihrem Studium nämlich bei der Stiftung TalentMetropole Ruhr und hat viel Spaß an der Arbeit: „Das ist vielseitig und deshalb schön abwechslungsreich“, erzählt die 20-Jährige.

Doch zurück zu der Zeit, als die Entwicklung ihren Anfang nimmt: Während der drei Jahre auf dem Hugo-Kükelhaus-Berufskolleg in Essen bildet Eva Nitsch sich in den Schwerpunkten Gestaltung und Englisch weiter. Mit einem ihrer Kurse geht es im März 2017 zu einer besonderen Veranstaltung: ‚Dialog mit der Jugend‘ heißt das Format. Es wird – so erkennt Eva Nitsch auf Bannern, die den Veranstaltungsort schmücken – von der TalentMetropole Ruhr organisiert. Der Nachmittag, den die SchülerInnen bei der Siemens AG in Krefeld verbringen, bleibt ihr in positiver Erinnerung. Nicht nur, weil sie zum ersten Mal eine solche Veranstaltung besucht und beeindruckt ist vom ganzen Drumherum, zu dem etwa auch eine Führung durchs Unternehmen zählt. Im Werk in Krefeld arbeiten über 2.000 Mitarbeiter an der Konzeption, Entwicklung und Produktion von Schienenfahrzeugen und elektrischen Komponenten. Vor allem findet sie toll, dass Roland Busch, Mitglied des Vorstands, sich ausreichend Zeit nimmt, um die Fragen der SchülerInnen zu beantworten.

Das kommt ihr wieder in den Sinn, als sie zwei Jahre später im Anschluss an die Schule und eine Zeit in Kanada nach einem Praktikumsplatz Ausschau hält. Denn ebenso wie der Dialog mit der Jugend ist ihr auch die TalentMetropole Ruhr in Erinnerung geblieben ist. Die Arbeit der Initiative, die mittlerweile als Stiftung organisiert ist, passt exakt zu dem, was Eva als ihre neue Richtung ausgemacht hat: Eva studiert Sozialwissenschaften und sieht ihr Steckenpferd in der Stiftungsarbeit. Bei dieser Erkenntnis hat ihr das Talentscouting-Programm der Universität Duisburg-Essen geholfen: Einmal im Monat kam Sarah Schröter von der Uni in Evas Schule und hat die SchülerInnen auf den Berufseinstieg vorbereitet. „Sarah Schröter hat mit uns an unserem Berufswunsch gearbeitet“, erzählt Eva Nitsch. „Wir haben dabei erfahren, was Soft Skills sind, welche wir haben und auch, welche Talente in uns schlummern.“

Eva hat das für sich genutzt: Sie hat sich Zeit gegeben, ihren Berufswunsch auszufeilen und startet nun richtig durch. Die junge Frau klingt bedacht, ist offensichtlich gut strukturiert und organisiert. Das Praktikum bei der Stiftung der TalentMetropole Ruhr, das sie Anfang des Jahres gemacht hat, war für sie „einzigartig“. Es ist ihr gelungen, ihre Stärken einzubringen – und hat sich damit auch bei der Leitung empfohlen. So wurde ihr am Ende des Praktikums angeboten, weiter bei der Stiftung zu arbeiten – fortan als Werksstudentin. Inzwischen ist Eva Nitsch helfende Hand – bei Veranstaltungen etwa, die einst auch ihren eigenen Weg geprägt haben. „Ich kenne nun beide Seiten, und das ist spannend“, freut sie sich.

Nicht zuletzt macht ihr die Arbeit großen Spaß, weil sie den Sinn erkennt in dem, was sie tut: „Mir gefällt es sehr gut, dass man mit den Projekten SchülerInnen aus dem Ruhrgebiet fördert und sieht, welche positiven Auswirkungen das hat. Da ich selber aus der Region komme, finde ich das sehr wichtig, denn viele schreiben ihr nicht viel Potenzial zu. Die Stiftung dagegen versucht, genau das zu ändern und jungen Leuten Perspektiven aufzuzeigen.“ Bei ihr selbst ist das allemal gelungen.