Nadine - Abenteuer Amerika

Gelsenkirchen – Charleston und zurück: Das wird die nächste große Reise von Nadine. Die 16-jährige Schülerin hat sich gegen zahlreiche Mitbewerber durchgesetzt und bekommt ein Bundestags-Stipendium für einen fast einjährigen USA-Aufenthalt. Durch mehrere Auswahlrunden hat sie sich gekämpft. „Darauf bin ich richtig stolz.“ Sie wird eine High School im Bundesstaat Arkansas besuchen. Zu ihrer Gastfamilie hat sie bereits Kontakt aufgenommen.

Ausschlaggebend für diesen tollen Erfolg waren sicher ihre guten Englisch-Kenntnisse, aber auch die Unterstützung durch die TalentMetropole Ruhr. „Die Teilnahme an den Treffen und Veranstaltungen hat mir sehr viel gebracht“, sagt Nadine. „Ich bin selbstbewusster geworden.“ Besonders von den regelmäßigen, schulübergreifenden Netzwerktreffen habe sie ständig neue Ideen mitgenommen, sagt sie. Nadine macht mit bei „GetReady/buddY“ an ihrer Schule – der Bischöflichen Sekundarschule Am Stoppenberg. Als Stress empfand sie es nicht. Im Gegenteil: „Wir haben viel Spaß gehabt.“

Das gilt sicher auch für ihre anderen Freizeitaktivitäten. Nadine mag Sport und übt deshalb seit neun Jahren jeden Dienstag in einer „modern dance“-Gruppe. Sie ist bei den Pfadfindern und leitet in den Ferien regelmäßig eine Kinder- und Jugendfreizeit auf einem Hof in Herten-Westerholt. Dann bringt sie den Kleineren den Umgang mit Ponys, Ziegen und Schafen nahe.

Das ist die andere, die „grüne“ Seite ihrer Heimat. Am Ruhrgebiet gefällt ihr vieles, aber nicht alles. „Gelsenkirchen hat ein paar Ecken, die könnten ein bisschen schöner sein“, meint die Schülerin. Aber was Nadine mehr stört, ist mangelnde Aufmerksamkeit der Menschen füreinander. Da sei etwas falsch in der Gesellschaft. „Wenn eine alte Frau hilflos vor einer Bank liegt und sich niemand kümmert, finde ich das ganz schön krass“, erzählt sie von einem Vorfall, der sie beschäftigt hat.

Beruflich hat sie sich noch nicht festgelegt. „Aber es sollte etwas im sozialen Bereich sein.“ Abitur machen und dann erst einmal viel reisen. „Bevor der Beruf einen einfängt“, ergänzt sie noch schnell, und das klingt schon sehr erwachsen. Dabei zieht es sie tendenziell eher in den geografischen Norden. Hitze liegt ihr nicht. Irland, Schottland oder Kanada heißen ihre Sehnsuchtsorte.

Letzterem wird Nadine ein bisschen näherkommen, wenn sie im August für das erste große Abenteuer ihres Lebens in den Flieger Richtung Charleston steigt. Vom Ruhrgebiet in den Mittleren Westen.

Stand: Frühling 2018