Erfolgsstories

Im Ruhrgebiet gibt es eine Vielzahl junger Talente, die durch gezielte Förderung ihren Weg machen. Lerne sie kennen und bekomme Ideen für deine eigene berufliche Zukunft.

Kim

Schüler

Der Macher

Kim Böhnisch ist zehn Minuten vor dem vereinbarten Termin da. Er öffnet die Tür, holt den Schulleiter dazu, organisiert einen Raum und kommt schnell auf den Punkt. „Die Talentmetropole hat mein Leben komplett verändert.“ Das ist mal eine Ansage von einem 17-Jährigen! „Ich bin selbstbewusster geworden und kann offen mit Menschen reden.“

Wer Kim gegenüber sitzt, kann sich schlecht vorstellen, dass es jemals anders war. Kim hat viel zu erzählen, und er hatte es eilig von Anfang an. Mit seinem Zwillingsbruder kam er bereits im fünften Monat zur Welt. Trotz der schwierigen Startbedingungen kämpfte er sich ins Leben – und später in den Kreis der TalentMetropole Ruhr. Er macht mit beim GetReady-buddY-Projekt in seiner Schule und war 2017 Teilnehmer des TalentCamps, wo er im Workshop Nachhaltiges Kochen mitrührte.

Auch sonst übernimmt er häufig Verantwortung. Er ist Klassensprecher und organisiert seit Wochen die große Abschluss-Veranstaltung am Ende der 10. Klasse, die er selbst moderieren wird. Dann profitiert er von den Erfahrungen des TalentCamps. Da kam sogar ein Fernsehteam und stellte Fragen. Für Kim Böhnisch kein Problem.

Am liebsten erzählt er von „Wanderful“, einem Projekt, das in dieser Form bundesweit einmalig ist. Studierende der Universität Witten-Herdecke, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer der Werner-von-Siemens-Schule wandern zehn Tage durch England. Die Ziele: die Natur entdecken, Gemeinschaftssinn entwickeln, Wertschätzung lernen. Das sind alles Dinge, die auch Kim gefallen, der schon dreimal dabei war. „Kim kann eine Idee tragen“, sagt sein Schulleiter Klaus-Dieter Leiendecker über ihn. Und Kim hat das Projekt offenbar so überzeugend präsentiert, dass die Jury der TalentMetrople Ruhr „Wanderful“ 2017 mit dem TalentAward Ruhr prämierte und mit 5.000 Euro unterstützte.

Obwohl er selbst zur „Generation Smartphone“ gehört, missfällt es ihm, wie sehr das elektronische Allzweckding das Verhalten der Menschen dominiert. „Alle starren in Bus oder Bahn nur auf das Gerät. Direkte Gespräche gehen dabei völlig verloren“, sagt der Schüler. Zudem stört ihn etwas am Bildungssystem. Da werde zu viel Wissen eingetrichtert, meint er. „Für das wahre Leben wird einem nicht viel mitgegeben“, sagt Kim Böhnisch, der Wirtschaft und Hauswirtschaft als seine Lieblingsfächer nennt.

Nur einmal war der agile Kim kurz davor, aufzugeben: Bei der Bewerbung um eine Lehrstelle wollte er nach zig Absagen frustriert hinschmeißen. Doch sein Vater motivierte ihn weiterzumachen. Mit Erfolg: Bei einem Elektrofachbetrieb klappte es schließlich. „Der Chef guckte nicht auf die Noten, sondern auf die Persönlichkeit.“ Und da wusste das junge Talent wieder einmal zu überzeugen. Im August beginnt Kim Böhnisch eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement.

Stand: Mai 2018

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